Ampel

Frequenzweichen:

Nebst den Lautsprechern und dem Gehäuse kommt der Frequenzweiche eine hohe Bedeutung zu, wenn es um den guten Ton geht.
Um eine Frequenzweiche richtig und optimal erstellen und berechnen zu können, braucht es Messgeräte und schalltote Räume,
die ein Lautsprecherbastler nicht zu Verfügung hat.
Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich aber sagen, dass der gesunde Menschenverstand,
ein gutes Gehör und etwas Algebra durchaus ausreichen, um eine passable Frequenzweiche selber herzustellen.

Einige Tipps:
Weniger ist mehr. D.h. je weniger Bauteile eine Weiche hat um so besser für den Ton.
Weichen 2 Ordnung (2 Bauteile) sind völlig ausreichend.
2- resp. 3 Wegsysteme sind völlig ausreichend und anzustreben:
Also Bassmittel-  und Hochton oder Bass- Mittel- und Hochton.
Übergangsfrequenzen zwischen Bass- Mittel- und Hochton leicht versetzen d.h.
z.B. der Basslautsprecher geht von 20-350 Hz der Mittelton dann von 450 bis 5'000 Hz und der Hochtöner schliesslich von 5 ’500 bis 20'000 Hz.
Wichtig: Im Bereich zwischen 500 bis ca. 4'000Hz ist unser Gehöhr am empfindlichsten in diesem Bereich sollten keine "Frequenztrennungen" gemacht werden!!
Also Lautsprecher verwenden die in diesen Bereich (500 bis ca. 4'000 Hz) sauber wiedergeben können.
PS: Ist überings meines Erachtens auch ein Qualitätsmerkmal von guten Lautsprechern!

Um eine Frequenzweiche aufzubauen braucht es in der Regel 3 Bauteiletypen:
Spulen, Kondensatoren und Widerstände.

Bei den Spulen sollte man sich an die Luftspulen halten die haben gegenüber anderen Spulen den Vorteil, dass sie verzerrungsarmer sind,
weil sie keine Eisenkerne im innern der Spule haben.
Bei den Kondensatoren gibt es 3 Güteabstufungen: Elektrolyt,  MKT,  MKP. Hier kann man sich an folgende Faustregel halten.
Elektrolyt für den Basslautsprecher. MKT für den Mitteltonlautsprecher und den MKP- Kondensator für den Hochtonlautsprecher.
Im allgemeinen ist auf eine hohe Spannungsfestigkeit zu Achten. D.h. hat man zwei Kondensatatoren mit der gleichen Kapazität (µF)
aber der eine hat die höhere Voltangabe, dann ist dieser mit der höheren Voltangabe aus zu wählen.

Normalerweise nimmt man die weissen Zementwiderstände, dass sind vergossene Drahtwiderstände, also im weitesten Sinne sind es Spulen.
Drahtspulen haben auch immer eine gewisse Induktivität, die schlecht sind für den Ton. Also wenn man auf sich verzichten kann dann ist das ein
Vorteil oder man verwendet die sogenannten MOX- Widerstände.

Für eine Pegelabsenkung ist der Spannungsteiler (2 Widerstände) einem einzelnen Widerstand vorzuziehen.

So, es ist fasst alles gesagt, aber 4 Tipps habe ich noch:
1.
Eine Freiverdrahtung (siehe Fotos weiter unten von einer typischen Frequenzweiche) ist einer Platinenverdrahtung vorzuziehen.
2.
Statt einen Kondensator zu wählen mit viel µF lieber viele kleine die dann in der Summe die gleichen µF ergeben. Dies ist aber nur zu beachten für
den Mittel- und Hochtonbereich.
3.
Spulen nicht zu nahe zusammen anordnen und wenn es nicht anders geht, dann in der Achse verschieben d.h. die eine liegend befestigen und die andere
aufstellen. (Siehe auf den Fotos im Mitteltonbereich die beiden Spulen).
4.
Frequenzweichen weit weg von den Basschassis anbringen die Lautsprecherspule könnte Einfluss auf die Frequenzweiche nehmen. Am Besten aufgehoben
ist sie ausserhalb einer Lausprecherbox, denn wenn die Bauteile nicht gut genug befestigt sind, dann können sie mitschwingen und das gibt dann ungewollte
Schwingungen auf die Bauteile oder Störgeräusche, wenn der "Bassdonner" das Zimmer erfüllt.

PS:
Möchte man seine Frequenzweiche bei einer Lautsprecherboxe etwas „Tunen“, dann kann man bei den Kondensatoren ansetzen und hochwertige
(mehrere) MKT- oder sogar MKP- Kondensatoren einbauen, respektive austauschen.

Aber Achtung: An den Spulen und den Widerständen (ausser ev. Zement- gegen MOXwiderstände austauschen)

sollte man tunlichst nichts verändern, hier könnten die Folgen Tonal fatal :-) sein!!

So, nun aber genug geschrieben, hier ein paar Fotos einer typischen, etwas gross dimensionierten, Frequenzweiche.

Weiche3

Weiche2

Weiche1

PS: Die Pegelabsenkung (siehe Widerstände im Mitteltonbereich) habe ich durch hören vorgenommen, sie beträgt in diesem Fall ca. 5.5 dB.

Hier noch ein letzter Tipp.

Die Lautstärke am Verstärker auf Zimmerlautstärke einstellen und Musik auswählen, die man gerne sich anhört. Danach irgendwas "Werkeln"

die Musik ist dann nur Untermalung. Wenn die Musik dann nicht störend ist, also einfach da ist und den Raum mit Musik füllt, dann ist das System,
gut genug abgestimmt.

PPS: Die Impedanzentzerrung wurde in diesem Bericht bewusst weg gelassen. Bei Röhrenverstärkern ist sie jedoch nützlich.

 

schöne ReVoxgrüsse

Markus Moser

Markus Moser