Wave

Studer A68 Revision;Tuning:

Hä eine A68 tunen, das geht doch gar nicht.
Nun ich gebe zu das Tuning fällt bei einer so guten Endstufe wie der
Studer A68 schwer und kann, wenn überhaupt, nur Maginal erfolgen.
Man kann Bauteile gegen Neue- oder bessere Bauteile austauschen.
Neue Transistoren, andere Kondensatoren oder bessere Stecker und ganz
wichtig, die beiden Potis im Singnalweg durch fixe Widerstände ersetzen.

Die Endstufe dieses Typs hat schon einige Jahre auf dem Buckel
39 Jahre. Das Erstaunliche ist, dass man für die Endstufe alle
relevanten Teile noch kaufen kann.

Also ich möchte Euch zeigen, was ich bei 1ner meiner 4 Studer A68
Endstufen alles optimiert habe. Das Endergebnis lässt sich auf
einen Nenner bringen... das Ding wird kaum warm und
hat einen richtig schönen Klang
eine tolle Endstufe die auch richtig Saft hat.


Anmerkung:
Für mich ist die Studer A68er die bessere Endstufe als die
ReVox A/B740er, obwohl die Grundkonzeption sehr ähnlich,
um nicht zu sagen beinahe gleich ist.
Die symmetrischen Anschlüsse (XLR) bei der A68er sind es
echte XLR’s bei den A/B740er Modellen sind es nur,
ich sag mal Attrappen also ganz normale Cinch- Anschlüsse die
auf XLR Stecker gelötet wurden. Dann die VU- Meter mit ihren
vielen Trimmern und das im Signalweg der Endstufe. Dann sind
einige Transistoren nur gesteckt statt fest verlötet.
Dann wäre noch zu erwähnen, dass die Endstufe "gebrückt"
werden kann, also zu einer Monoendstufe mutiert und dann
wesentlich mehr Leistung zur Verfügung stellen kann.
Das sind im wesentlichen die Unterschiede, die meines Erachtens
zum besseren Ton der A68 Endstufe beitragen.

Bestandteile der Endstufe:

Exposion

Die Basis mit grossem Trafo und den 4 blauen, grossen Kondensatoren.
Links und rechts die beiden Endstufenblöcke, mit den unterem Blech
befindlichen Vorverstärkern.
Mittig das Netzteil und die XLR- Anschlussplatte.

-*-

All diese Teile wurden ausgetauscht. Es sind über 100 Stück:

Alte Teile

Nebst dem klassischen Werkzeug, ist es aus meiner Sicht wichtig,
auch eine Digitalkamera zu benutzen, damit man weiss wie und
wo man welche Teile wieder einbauen muss. Ausserdem ist
ein Filzstift gut für die Markierungen (z. B. Pluspole).

Die Stromversorgung der Endstufe:

Strom

Die Tantalkondensatoren wurden gegen andere Kondensatoren
ausgetauscht. Die grossen, blauen Kondensatoren passen knapp auf
die Platine, haben aber mehr Volt. Die beiden Gleichrichter haben
auch die besseren Werte. Die beiden Trimmer sind von Piher und
haben 1Watt. Das Material ist aus Cermet
(Keramischer Werkstoff in einer metallischen Matrix),
die Dinger waren relativ teuer und ich musste
lange auf die Lieferung warten.


Die grossen Kondensatoren:

Grosse Kondenzer

4 Grosse Kondensatoren mit besseren Werten als die Alten und
zwei kleinere mit ähnlichen Werten. Achtung, auf die richtige
Polung achten!

Die Endstufen:

Endstufe1

Es wurden alle Transitoren erneuert und diverse Kondensatoren,
sowie der Trimmer, der ist auch aus dem o.e. Cermetmaterial hergestellt.

Endstufe2

Die Vorverstärker:

Vorverst1Vorverst2

Hier wurde das Potentiometer durch einen fixen Widerstand ersetzt.
Wie oben erwähnt „Tuningmässig“ sehr wichtig!
Sonst wurden nur die Tantalkondensatoren ausgetauscht.

Schalter, Stecker, Isolierungen und andere Bauteile:

XLR

Die original XLR- Stecker hatten keine Verriegelung, so dass
der Stecker nicht fest verbunden ist. Mit dieser Version lässt sich
der Stecker fest einklinken und natürlich auch wieder ausklinken .

Schalter1Schalter2

Schalter mit neuem Wima- Kondensator und einem Ferritkern als
Filter, gegen die hochfrequenten Anteile im Strom.

Isolator

Kunststoffplatten und Hülsen für die Isolierung der Transistoren.
Die alten hätten es auch noch getan, aber nach 39 Jahren wird
der Kunststoff doch etwas brüchig, weil der Weichmacher im
Kunststoff doch schon weitestgehend entwichen ist. Daher lieber
austauschen :-)

Sicherung

Drahtsicherungen mit goldfarbigen Endstücken.

Front

Frontplatte mit den beiden Bügeln und dem neuen Signallampengehäuse.
Natürlich wurden beide Signallampen ausgetauscht, denn eine
war gar nicht mehr vorhanden und die Zweite war defekt.

Wichtig nach dem Teiletausch und dem Zusammenbau der Endstufe,
ist das einstellen des Ruhestroms. Dazu werden Messgeräte an
das Netzteil und an die jeweiligen Endstufe angeschlossen.
Dann werden die vorgegebenen Werte über die Trimmer- Potis
eingestellt. Für das nachstellen der Trimmer, sollte vorzugsweise, ein
Kunststoff- Schraubenzieher verwendet werden.

Ruhe1

Ruhe2

Wichtig dabei ist, dass an der Endstufe nichts angeschlossen ist
(Lautsprecher, Vorverstärker)
und dass die Endstufe ca. 5 Minuten in Betrieb ist. Also die Werte immer
nachsystieren, bis die Werte stabil am Messgerät angezeigt werden.

Fertig

So, nun ist die doch relativ aufwendige Revision beendet.
Deckel drauf und dann ab zum
Höhrtest und zum Langzeittest.

-*-
Wie schon erwähnt, tönt die Endstufe toll, ausserdem ist mir
aufgefallen, dass das Grundrauschen, beinahe nicht zu hören ist.

Auf die nächsten 39 Jahre!

Löt- und Bastelgrüsse

Markus Moser

Markus Moser